Entwicklung

Schnarup-Thumby im Jahre 1989. In der Gemeindevertretung sitzen sich zwei Fraktionen gegenüber. Auf der einen Seite die Freie Wählergemeinschaft FWG, die zum damaligen Zeitpunkt den Bürgermeister stellt und auf der anderen Seite eine CDU-Liste. Die CDU ist zu jener Zeit – zwei Jahre nach der Barschel-Affäre – arg krisengeschüttelt und muss viele Parteiaustritte verkraften, auch in Schnarup-Thumby.

„Die Basis für die Kandidatenfindung über eine Partei ist zu klein“, erklärt der damalige 1. stellvertretende Bürgermeister Hans Konrad Sacht während der Gründungsversammlung der Allgemeinen Wählergemeinschaft Schnarup-Thumby (AWG), die am Mittwoch, dem 15. November 1989 in „Schramms Gasthof“ (heute Dörpskrog „Zur Kastanie“) stattfindet. Der Hintergrund: Im Folgejahr 1990 steht eine Gemeindewahl an und eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern möchte sich gegen die FWG positionieren, ohne einer Partei beitreten zu müssen. Der 1. stellvertretende Bürgermeister Hans Konrad Sacht erläutert dies auf der Gründungsversammlung so: „Damit der Bürger aber eine Wahlmöglichkeit auf Gemeindeebene haben kann, ist die Gründung einer zweiten Wählergemeinschaft erforderlich“. Diese Gründung wird 1989 beschlossen und seitdem stehen auf dem Stimmzettel zur Gemeindewahl in Schnarup-Thumby bis heute die Namen von jeweils fünf Direktkandidat(inn)en der beiden um Stimmen werbenden Schnarup-Thumbyer Wählergemeinschaften. Am 31. Januar 1990 werden zum ersten Mal Direkt- und Listenkandidat(inn)en der AWG auf einer Mitgliederversammlung gewählt.

Viele Jahre lang über mehrere Legislaturperioden hinweg muss sich die AWG mit vier von neun Sitzen in der Gemeindevertretung zufriedengeben, kann also nicht den/die Bürgermeister/in stellen. Die Wahlergebnisse werden allerdings immer knapper. Im Jahre 2003 ist es dann soweit: Die AWG gewinnt das fünfte Mandat und kann den Bürgermeister stellen. Martin Thomsen wird gewählt; 2008 erfolgt Wiederwahl; zum Ende der Legislaturperiode 2013 scheidet Martin Thomsen jedoch auf eigenen Wunsch aus dem Amt aus.

Die Gemeindewahl am 26. Mai 2013 wird erneut ein großer Erfolg für die  AWG: Unsere Wählergemeinschaft kann 62,3 Prozent der Wählerstimmen für sich verbuchen – so viele wie seit Bestehen der AWG nie zuvor.